Teilhabe & Partizipation

Grafik mit verschiedenen Elementen (Sprechblasen, Waage, Megafon, Hände und einige gelbe Sterne, die für Europa stehen

Erasmus + Partizipation =

Europa

Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement: Erasmus+ bietet viele Möglichkeiten, durch die Begegnung und in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern eine informierte und engagierte Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern.

Europa bewegen

Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement sind Grundprinzipien der Europäischen Union. Sie zu verwirklichen und mit Leben zu füllen ist eine der Prioritäten des Erasmus-Programms. Besonders in Zeiten zunehmender antidemokratischer Strömungen, radikaler Ideologien und von vielerorts wachsendem Nationalismus ist es wichtig, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Toleranz, Demokratie, Gleichberechtigung und Achtung der Menschenrechte zu wecken. Und da man nicht früh genug damit beginnen kann, kommt dem Vorschul- und Schulbereich eine besonders wichtige Rolle bei der Vermittlung und praktischen Umsetzung dieser Werte zu.

Gefährden soziale Medien die Demokratie? Im eTwinning-Projekt „@ctivate! Students, social media and democracy“ haben sich deutsch-polnisch-griechische Schülerteams darüber Gedanken gemacht.

Unsere Empfehlung des Monats

Aktionsvorschläge, Checklisten und Materialien für die Praxis: Auf der Website des „Democratic Schools Network“ des Europarats werden Sie fündig.

Mehr erfahren

Eine Priorität – viele Aspekte

Von Näherem betrachtet, umfasst diese Priorität viele verschiedene Einzelaspekte, die sich im Rahmen von Erasmus+ durch die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern gut bearbeiten lassen:

  • Kenntnisse über die EU
  • Aktive Bürgerschaft
  • Gemeinsame Werte
  • Soziale und interkulturelle Kompetenzen
  • Medienkompetenz
  • Kritisches Denken
  • Verständnis für das gesellschaftliche, kulturelle und historische Erbe

Das Mehr im Plus

Überschneidung mit anderen Prioritäten

Naturgemäß gibt es viele Überschneidungen mit den anderen drei Prioritäten des Erasmus-Programms. So tragen zum Beispiel Umweltaktivitäten von Schülerinnen und Schülern gleichzeitig zum Lernen über bürgerschaftliches Engagement bei, und der kritische Umgang mit Medien und Fake News lässt sich auch bei der Priorität digitale Transformation verorten. Ein ganzheitliches Projekt wird also beinah automatisch immer alle Prioritäten abdecken – und genau das ist das Ziel.

Die europäischen Werte

Was sind die gemeinsamen europäischen Werte?

  • Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichstellung aller Bürgerinnen und Bürger vor dem Gesetz
  • Rechtstaatlichkeit
  • Menschenrechte

Ausführlichere Informationen

Für die Praxis

Umsetzung in der Projektarbeit

Egal, ob ein Mobilitätsprojekt oder eine Partnerschaft: Es gibt grundsätzlich immer zwei Möglichkeiten, die Partizipationspriorität umzusetzen:

Zum einen können Sie diese explizit zum Thema machen, das gemeinsam erarbeitet wird. Bei diesen Beispielen spricht schon der Projekttitel für sich:

  • Solidarisch für eine gerechtere Welt
  • Living Together: European Citizenship against Racism and Xenophobia
  • Shaping European Future means defining shared ideals – We can make it!
  • Frieden, (Nächsten-)Liebe und Gartenhandschuhe – Engagement säen und Frieden ernten
  • Europa: In Vielfalt geeint. Von der Antike bis zur Moderne

Zum anderen sollten unabhängig von der Themenwahl die Prinzipien der Priorität bei der konkreten Umsetzung des Projekts berücksichtigt werden. Inwieweit können zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler inhaltlich und bei der Planung mitbestimmen? Werden der respektvolle Umgang der Beteiligten untereinander gefördert, Ausgrenzung vermieden, Offenheit für andere aktiv unterstützt? Wird der kritische Umgang mit Nachrichten und Medien im Rahmen des Projekts geübt? Wird bewusst darauf geachtet, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sachliche Argumente zu nutzen und begründete Positionen zu kontroversen Themen zu entwickeln?

Mehr Informationen

Zahlreiche Materialien, Aktivitäten und Trainingsangebote zum Thema finden sich auch auf der SALTO-Website, die für den Bereich Jugend im Erasmus-Programm das Europäische Solidaritätskorps entwickelt wurde.

Inspiration & Hilfen

Ob Partizipation, zivilgesellschaftliches Engagement oder gemeinsame Werte: Im Netz finden sich dazu viele Angebote. Einige davon haben wir für Sie zusammengestellt.

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Gesucht wird: Ihr Schulprojekt zur Europawahl

Ob Juniorwahlen, Lehrerfortbildung oder Podiumsdiskussion: Wenn Ihre Schule im Erasmus-Kontext zu den Europawahlen im Juni 2024 ein Projekt durchführt, freuen wir uns über eine Rückmeldung bis 22. März. Eine Auswahl der Projekte wird hier vorgestellt. Alle Schulen, die sich beteiligen, erhalten unsere dekorative Fahnenkette und ein Überraschungspaket mit Give-aways.

Bitte nutzen Sie unser Formular [docx, 1,19 MB].

Für die Praxis

Verschwörungstheorien erkennen und damit umgehen

Die Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien und damit verbundenen extremistischen Überzeugungen von Schülerinnen und Schülern stellt Schulen und Lehrkräfte vor besondere pädagogische Herausforderungen. Durch die jüngsten Krisen wie die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen staatlichen Reaktionen haben solche Theorien und Überzeugungen zudem an Relevanz und Einfluss gewonnen. Wie Schulen darauf reagieren können, darum geht es im Projekt Recognising Extremism and Conspiracy Theories (REACT).

Über das Projekt

Projekttyp: Kooperationspartnerschaft (KA 220)

Titel: Recognizing Extremism and Conspiracy Theories (REACT)

Koordinator: Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover

Ansprechperson: Dr. Wolfgang Beutel

Laufzeit: 2022 bis 2025

Mehr Informationen auf der Projektwebsite

Frau Vogt, für welche Verschwörungsmythen sind Schülerinnen und Schüler besonders empfänglich?

Eine Erhebung im Rahmen unseres Projekts an einer Gesamtschule mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 bis 12 ergab keine hohe Zustimmung zu expliziten Verschwörungstheorien. Eine deutliche Mehrheit lehnte verschwörungstheoretische Aussagen, etwa zur Leugnung des Klimawandels, ab. Allerdings fanden Aussagen, mittels derer eine Offenheit für verschwörungstheoretische Narrative ermittelt werden sollte, durchaus hohe Zustimmungswerte. Ein Beispiel ist die Aussage „Es passieren viele sehr wichtige Ereignisse in der Welt, über die die Öffentlichkeit nie informiert wird.“ In anschließenden Gesprächen verdeutlichten viele Schülerinnen und Schüler, dass ihnen Verschwörungstheorien online in Sozialen Medien oder auf Plattformen wie YouTube begegnen. Die Ergebnisse unserer Partner an Schulen in Bulgarien, Dänemark und Österreich zeigen ähnliche Tendenzen. Allerdings können diese Resultate nicht über die befragten Schulen hinaus verallgemeinert werden.

Im Rahmen des Projekts soll ein Umfrageinstrument entwickelt werden, mithilfe dessen Schulen unabhängig und ohne zusätzliche monetäre Aufwendungen die Verbreitung von Verschwörungstheorien und extremistischen Überzeugungen erheben können. Wie soll das in der Praxis funktionieren?

Das REACT-survey wird als eines der Projektergebnisse veröffentlicht und soll auf der Projekthomepage frei als Download verfügbar sein. Es umfasst Hinweise zur Entwicklung des Surveys, zur eigenständigen Durchführung und zur Auswertung der Ergebnisse. Die Umfrage kann klassisch auf Papier oder über ein digitales Umfrageinstrument durchgeführt werden. Das REACT-survey ist dabei in verschiedene Module unterteilt, sodass Lehrkräfte entscheiden können, welche Themen für sie relevant sind.

Welche Werkzeuge für den Unterricht wollen Sie im Rahmen des Projekts entwickeln, die Lehrkräfte in ihrer Präventionsarbeit stärken?

Auf Basis des REACT-surveys sowie im Austausch mit den Schulen im Konsortium hat die Entwicklung von pädagogischem Material begonnen. Aktuell sind vier Module geplant, etwa zur kritischen Medienbildung im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien und für einen narrativen Ansatz, um Verschwörungstheorien als solche zu erkennen und zu verstehen. Alles, was zurzeit in der Entwicklung ist, wird 2024 mit Lerngruppen erprobt und evaluiert werden.

Collage mit Bild der Interviewpartnerin
Alrun R. Vogt ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Erasmus-Projekt REACT.

Teilhabe & Partizipation als Thema für Kooperationspartnerschaften?

Hier informieren wir demnächst über weitere Erasmus-Projekte.