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eTwinning Preis 2023

Mit dem Deutschen eTwinning-Preis werden einmal im Jahr beispielhafte Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie der digitale Austausch zwischen Schulen in Europa den Unterricht bereichern und Fremdsprachen- und Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schülern fördern kann.

Kinder und Jugendliche für europäische Ideen begeistern

Von der digitalen Schnitzeljagd über spanische Traditionen, berühmte Erfindungen oder die Auseinandersetzung mit den eigenen historischen Wurzeln bis hin zur verbindenden Kraft der Musik und dem körperlichen und seelischen Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Die thematische Bandbreite der ausgezeichneten Aktivitäten ist groß. Doch die zehn ausgezeichneten Projekte haben auch einiges gemeinsam: Sie alle zeichnen sich durch ein hohes Maß an Kreativität aus und schafften es, die Kinder und Jugendlichen zu motivieren, Herausforderungen gemeinsam mit Schulklassen aus ganz Europa zu meistern. So entwickelten sich ganz automatisch Offenheit für andere Kulturen und europäische Ideen.

Hier stellen wir die zehn Sieger-Projekte des Jahres 2023 in den Alterskategorien 4 bis 11 Jahre, 12 bis 15 Jahre und 16 bis 21 Jahre sowie den Gewinner des an das eTwinning-Jahresthema angelehnten Spezialpreises vor.

 

 

Die Sieger-Projekte 2023

Ein Spielbrett in mit den Flaggen von Deutschland, Griechenland, Finnland und Portugal. Darauf stehen acht Kinder. Daneben der Schriftzug "Let's play with EU".
4 bis 11 Jahre
1. Platz: Gymnasium Georgianum, Hildburghausen (Thüringen)

Let's play with EU

Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Griechenland, Finnland und Portugal haben in diesem eTwinning-Projekt ihre Projektpartner und die EU auf spielerische Weise kennengelernt. Die Kinder einer fünften Klasse aus Thüringen stellten in multinationalen Teams eine stattliche Sammlung digitaler und analoger Spiele, englischsprachige Quizaufgaben und Videos mit Wissenswertem über die vier Partnerländer zusammen. Sie erlebten das erstaunliche Potenzial der Künstlichen Intelligenz, als sie sich von der KI Geschichten erzählen und illustrieren ließen, und sie entwarfen ihre digitalen Doppelgänger als Avatare. Die Lehrerin Andrea Ullrich schätzt an eTwinning seit langem, dass es außergewöhnliche Lernerlebnisse für Kinder und Erwachsene bietet: „Wenn ich Spaß an den Projekten habe, motiviere ich auch meine Schülerinnen und Schüler.“ Die Jury lobte das Konzept als herausragendes Beispiel dafür, wie Bildung und Kultur spielerisch vermittelt werden und zu tiefgreifenden, interaktiven Lernerlebnissen führen könnten.

Eine Collage aus mehreren Fotos. Kinder sitzen vor Computern und Tablets, einigen haben Kopfhörer auf. Darüber der Schriftzug "Working on the partners' mysteries".
4 bis 11 Jahre
2. Platz: St.-Ursula-Realschule, Attendorn (Nordrhein-Westfalen)

Mystery Land

Fantasie, Kombinationsgabe und Teamwork waren bei diesem eTwinning-Projekt gefragt, bei dem Partnerschulen aus Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und Griechenland zu einer digitalen Schnitzeljagd antraten. Die Kinder einer sechsten Klasse aus dem Sauerland und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter dachten sich englische Krimirätsel aus und gaben Hinweise, die auf die Spur zur Lösung führten. Die Teams, die die richtigen Antworten wussten, konnten damit Schlössercodes knacken und dem digitalen „Escape Room“ entfliehen. Gewonnen haben am Ende alle, denn sie verbesserten spielerisch ihr Englisch, lernten nützliche digitale Werkzeuge kennen und profitierten vom kulturellen Austausch mit den europäischen Partnerklassen. Die Lehrerin Tanja Burkhardt wird sich auch künftig von eTwinning inspirieren lassen: „Wenn man neue Unterrichtsmethoden ausprobieren möchte, bietet es eine Menge toller Möglichkeiten.“ Die Jury lobt die kreative Bereicherung für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte im Schulalltag.

Ein Tablet. Auf dem Bildschirm ist ein Stundenplan zu sehen. Darüber eine Hand, die den Bildschirm antippt.
4 bis 11 Jahre
3. Platz: Gustav-Dreyer-Schule, Berlin

You, me, us… Europe!

Ihre Traumschule planten Berliner Fünftklässlerinnen und Fünftklässler gemeinsam mit gleichaltrigen Kindern aus Spanien und Italien bei diesem eTwinning-Projekt. Beim gemeinsamen Brainstorming in gemischtnationalen Gruppen ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf: Zur ersten Stunde um 10 Uhr ein leichtes Aufwärmtraining bei Sportlehrer Messi, anschließend ein Sprung in den Popcorn-Pool, dann Gesangsunterricht bei Shakira oder Billie Eilish, und schließlich eine Stärkung mit Pommes Frites, Burger und Pizza in der Schulmensa. Ihre originellen Ideen präsentierten sie auf Englisch auf einer interaktiven digitalen Plattform. Aber sie kommunizierten auch analog miteinander und berichteten in Briefen von ihrem Alltag. Zur Freude ihrer Lehrerin, Kristina Gaudi, gab es sogar Kontakte zwischen den Familien der Kinder: „Zu erleben, wie durch das Projekt Freundschaften fürs Leben entstehen, ist herzerwärmend.“ Die Jury zeigte sich beeindruckt und lobte „YOU, ME, US…EUROPE!“ als gelungenes Kennenlernprojekt, das Kinder zudem für europabezogene Themen begeistert konnte.

Ein Pokal auf dem das eTwinning-Logo zu sehen ist.
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit ihrer Lehrerin. Alle tragen mittelalterliche Kostüme.
12 bis 15 Jahre
1. Platz: Gymnasium mit Regionaler Schule Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern)

Where do I come from? Roots and roads to our common history

Jugendliche aus Deutschland, Polen, Spanien und Griechenland erkundeten im Rahmen dieses eTwinning-Projekts ihre gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln. Bei den Europawochen, die die Schulen reihum organisierten, trafen sich die Erasmus-Partner in den jeweiligen Gastländern und besuchten gemeinsam archäologische Stätten, historische Denkmäler und Museen. Die Altentreptower Schülerinnen und Schüler organisierten unter anderem einen Ausflug ins Schliemann-Museum im mecklenburgischen Ankershagen, das dem deutschen Entdecker der legendären griechischen Stadt Troja gewidmet ist. Ihre Lehrerin, Belinda Noetzel, hebt hervor: „Sie erkannten dabei, wie wichtig es ist, das eigene kulturelle Erbe zu bewahren.“ Die geschichtlichen Verbindungen ihrer Länder dokumentierten die Schülerinnen und Schüler auf Englisch in aufwendigen Präsentationen und Videos. Die Jury lobte ihre konstruktive internationale Zusammenarbeit und betonte, dass die Jugendlichen dadurch eine offenere Einstellung gegenüber anderen Kulturen entwickelt hätten.

Der Schriftzug "HOPES" in einem goldenen Rahmen.
12 bis 15 Jahre
2. Platz: Gymnasium Georgianum, Hildburghausen (Thüringen)

HOPES Here Our Problems, Easy Solutions

Das körperliche und seelische Wohlbefinden von Jugendlichen stand im Mittelpunkt dieses eTwinning-Projekts. Thüringische Neuntklässlerinnen und Neuntklässler kooperierten mit Partnerschulen in Italien, Portugal und der Türkei und starteten mit einem englischsprachigen Fragebogen, in dem sie Auskunft über Probleme gaben, die sie und andere Jugendliche in ihrem Alter beschäftigen: Stress in der Schule, Unsicherheit, familiäre Probleme. Gemeinsam entwickelten sie Lösungsvorschläge und Wohlfühlstrategien, die sie in einem Kochbuch mit gesunden und tröstlichen Rezepten als originelle Comics und Videos veröffentlichen. Ihr Lehrer, Andreas Roßt, zeigte sich beeindruckt: „Ich bin stolz auf die Jugendlichen, weil sie selbst so großartige Ergebnisse erarbeitet haben“. Die Jury würdigte den Einsatz der Lehrkräfte und betonte, dass es sich um ein gelungenes Projekt handelte, das sich durch seine herausragende Schülerorientierung auszeichnet.

Screenshot einer Zeitleiste, auf der berühmte Erfindungen wie die Glühbirne oder das erste Auto vermerkt sind.
12 bis 15 Jahre
3. Platz: Gesamtschule Kevelaer (Nordrhein-Westfalen)

Erfindungen, die Geschichte veränderten

Der Buchdruck, die Glühlampe, der Computer und mehr – Was wäre unsere Welt ohne diese revolutionären Erfindungen? Das fragten sich eTwinning-Projektpartner aus Deutschland, Polen und Tschechien und tauchten tief in die Forschung ein. Die Schülerinnen und Schüler erzählten fesselnde Geschichten über das Leben der Entdecker in ihrer gemeinsamen Projektsprache Deutsch und ließen ihrem eigenen Erfindungsgeist freien Lauf. Die originellen Ideen veröffentlichten sie in einem eBook und illustrierten ihre Lieblingserfindungen in einer digitalen Postersammlung. Die Lehrerin Caroline Hendricks freut sich, dass gleich ihr erstes eTwinning-Projekt so erfolgreich war. Ihre Partner-Lehrkräfte hatte sie bei einem Koordinationstreffen im polnischen Katowice kennengelernt und gleich dort die ersten Ideen gesammelt. Sie betont: "Bei internationalen Treffen bekommt man enorme Unterstützung, selbst Anfänger können Projekte erfolgreich durchführen." Die Jury lobte das vielfältige und kreative Projekt als erfolgreiches Beispiel dafür, wie es nicht nur sprachliche, sondern auch soziale und kulturelle Fähigkeiten verbessern hilft.

Fünf Gitarrenhälse in jeweils unterschiedlichen Farben vor buntem Hintergrund.
16 bis 21 Jahre
1. Platz: Karl-Theodor-von-Dalberg Gymnasium, Aschaffenburg (Bayern)

Music is louder than words

Was hört ihr denn so? Kennt ihr unsere Lieblings-Songs? Was läuft in euren Charts? Das Thema Musik begeisterte die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler des Karl-Theodor-von-Dalberg Gymnasiums, die Italienisch als dritte Fremdsprache lernen, und gab den Anstoß zum lebhaften Austausch mit ihrer italienischen Partnerklasse. Sie luden persönliche Hitlisten auf Spotify hoch, posteten Songtexte auf der digitalen Pinnwand padlet und verschmolzen ihre eigenen musikalischen Botschaften zu einem kollektiven Song. Auch die Herausforderung, fiktive Interviews mit ihren Lieblingsstars zu führen, meisterten sie bravourös. Die Projektleiterin, Susanne Leeb, freut sich über das überwältigende Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Dass sie so fantastisch mitgemacht haben, empfinde ich als großes Kompliment.“ Dass die Zusammenarbeit so reibungslos lief, verdanke sie auch ihrer italienischen Kollegin, mit der sie bereits die dritte eTwinning-Idee erfolgreich umgesetzt hat. Die Jury würdigte besonders, dass die verbindende Kraft der Musik es schaffte, die Jugendlichen mit wichtigen europäischen Ideen in Kontakt zu bringen.

Eine Hand mit spanischer Flagge auf der Handfläche. Darüber der Schriftzug "Promotores Europeos!"
16 bis 21 Jahre
2. Platz: Max-Weber-Berufskolleg, Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Promotores Europeos

Die lebendige spanische Fiesta-Kultur stand im Mittelpunkt dieses eTwinning-Projekts. Gemeinsam mit ihren portugiesischen Projektpartnern erkundeten 16 Schülerinnen und Schüler die bedeutenden Festlichkeiten Spaniens. Von den spektakulären Stierläufen durch die Straßen von Pamplona, über die ausgelassenen Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende bis zum festlichen Weihnachtszauber, mit süßen Köstlichkeiten wie dem Mandelgebäck Turrón. In nur zwei Monaten intensiver Zusammenarbeit erstellten die Schülerinnen und Schüler eine beeindruckende Sammlung informativer Podcasts, die zum Nachhören einladen. Der Spanischlehrer Gerrit Peter Donder zieht ein positives Fazit: „Die Freude am Sprachenlernen zu vermitteln, ist uns durch dieses eTwinning-Projekt wunderbar gelungen.“ Die Jury hob hervor, dass das Projekt überzeugend zeige, wie auch Schülerinnen und Schüler mit geringen Fremdsprachenkenntnissen ihre Fähigkeiten durch den Einsatz digitaler Medien lebhaft trainieren und verbessern könnten.

Eine Pinnwand, auf der eine Landkarte sowie mehrere Fotos mit roten Pins angeheftet sind. Die Pins sind mit einem roten Faden untereinander verbunden.
16 bis 21 Jahre
3. Platz: Emil-Fischer-Gymnasium, Schwarzheide (Brandenburg)

#buildingworldwidecitizens

Bei diesem deutsch-mexikanischen eTwinning-Projekt suchten die Partnerklassen gemeinsam nach Lösungen für globale Probleme. Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg und einem französischen Gymnasium in Guadalajara erstellten Mind-Maps zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in ihren Heimatländern sowie weiteren englischsprachigen Staaten. Sie waren sich einig, dass die Bekämpfung von Klimawandel, Kriminalität und Diskriminierung gemeinsamer Anstrengungen bedarf. Ihre Englischlehrerin Susann Pattoka ist beeindruckt von der engagierten Zusammenarbeit: "Sie haben Stereotype und Vorurteile abgebaut, Gemeinsamkeiten entdeckt und neue Freunde gewonnen." Die Teams veröffentlichten ihre Projektideen in interaktiven Präsentationen, testeten ihr Wissen mit Rätsel-Challenges und gestalteten eine kreative Abschiedspinnwand. Die Jury befand, dass das Projekt durch sein gelungenes Konzept, seine Methodenvielfalt sowie seine hohe Nachhaltigkeit überzeuge.

Spezialpreis "Innovation and Education"
Naabtal-Realschule, Nabburg (Bayern)

Smart and decent

Bei diesem eTwinning-Projekt haben Jugendliche aus sechs Ländern reflektiert, wie ihre eigene Kultur ihre Wertvorstellungen prägt und welche universellen Werte sie teilen. Die evangelische Religionsgruppe der Naabtal-Realschule hat sich dabei vor allem mit dem Thema "Liebe und Freundschaft" beschäftigt und in lebhaften Diskussionen mit ihren Partnerinnen und Partnern aus Kroatien, Rumänien, Aserbaidschan, Jordanien und der Türkei auch über Werte wie "Verantwortung", "Ehrlichkeit", "Gerechtigkeit" und "Patriotismus" gesprochen. Die Schülerinnen und Schüler aus der Oberpfalz gingen mit respektvoller Neugier auf die Jugendlichen aus den muslimischen Ländern zu und lernten dabei viel für das Unterrichtsthema Islam. Ihre Religionslehrerin, Angelika Hirmer, ist begeistert von ihrem Engagement: „Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und die Möglichkeit, Einblicke in andere Kulturen zu gewinnen, haben das Verständnis füreinander und die Wertschätzung von Vielfalt gestärkt.“ Die Jury lobte das herausragende, moderne und vielseitige Projekt und bezeichnete es als Vorbild für Bildung im 21. Jahrhundert.