„Die klugen Ideen der Schüler zeigen ganz im Sinne des europäischen Grundgedankens, wie die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg die notwendige politische, ethnische und religiöse Toleranz befördern kann“, fasste Nathanael Liminski seine Eindrücke vom Austausch mit Erasmus+ am Collegium Josephinum in Bonn zusammen.
Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen hat die akkreditierte Schule im Februar 2026 besucht und sich die Ergebnisse ihres Projekts zu Extremismusprävention und Demokratieförderung vorstellen lassen. Gemeinsam mit Partnerschulen aus Nitra (Slowakei) und Bergen (Norwegen) haben sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie extremistisches Denken entsteht und inwiefern unterschiedliche Formen von Extremismus unser gesellschaftliches Miteinander bedrohen.
Im April steht die letzte Etappe an: Gemeinsam mit den betreuenden Lehrkräften treffen sich alle Jugendlichen in Bergen. Dort möchten sie den Blick in die Zukunft richten und konkrete Maßnahmen erarbeiten, um aktiv jeder Form von Extremismus entgegenzuwirken und das soziale Miteinander nachhaltig zu stärken (siehe Bericht auf der Schulwebsite).
Auch Schülerinnen und Schüler des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Emden hatten kürzlich Gelegenheit, sich ganz direkt mit Personen aus der Politik auszutauschen. „Wir sind letzte Woche von einem Projekttreffen in Brüssel zurückgekehrt, wo unserer Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Partnerschulen aus Frankreich, Portugal und Island eine Diskussionsveranstaltung mit Europaabgeordneten in der Hessischen Landesvertretung organisiert haben", berichtet Burkhard Remppis. Der Englisch- und Erdkundelehrer koordiniert den Austausch mit Erasmus+ an der Schule in Niedersachsen. Seine Schülerinnen und Schüler haben im November bei einem Projekttreffen in Frankreich „Manifeste für die Zukunft Europas“ erarbeitet. In Brüssel konnten die Jugendlichen dann mit Abgeordneten des Europaparlaments darüber diskutieren – unter anderem mit Katrin Langensiepen, Jan-Christoph Oetjen sowie Tiemo Wölken.
„Demokratiebildung und europäische Werte“ ist seit 2021 einer von vier Schwerpunkten im EU-Programm. Das ist auch ein Anknüpfungspunkt, um Schülerinnen und Schülern den Dialog mit Personen aus der Politik zu ermöglichen – und umgekehrt Politikerinnen und Politikern zu zeigen, was durch schulischen Austausch mit Erasmus+ erreicht werden kann.
EU-Politik ins Klassenzimmer holen
Ein konkreter Anlass dafür kann auch der EU-Projekttag an Schulen sein, der in diesem Jahr rund um den 27. April stattfindet. Dabei besuchen Politikerinnen und Politiker bundesweit Schulen: von Kabinettsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten bis hin zu Landes- oder Europaparlamentariern. Mehr Informationen zum EU-Projekttag auf der Website der Bundesregierung
Im Rahmen der EU-Initiative „Back to School“ können Schulen auch Personen, die bei EU-Institutionen arbeiten, zum Gespräch ins Klassenzimmer einladen. So freute sich Beate Vollmer ihre ehemalige Schülerin Rabea Effelsberg, die heute im Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Luxemburg arbeitet, am Gymnasium in Marl wiederzusehen. Im Magazin „Austausch bildet“ (siehe Ausgabe 2/2025) berichtet Rabea Effelsberg, wie sehr die Unterrichtsprojekte mit eTwinning ihren beruflichen Lebensweg geprägt haben.
Diskutiert wird in der Europäischen Union derzeit über die zukünftige Finanzierung und Ausgestaltung des EU-Programms Erasmus+ ab 2028. Hintergründe und Informationen zum politischen Kontext für den Schulbereich haben wir dazu hier zusammengestellt.