Erasmus +
Demokratiebildung =
Europa
Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement: Erasmus+ bietet viele Möglichkeiten, durch die Begegnung und in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern eine informierte und engagierte Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern.
Europa bewegen
Teilhabe am demokratischen Leben, gemeinsame Werte und bürgerschaftliches Engagement sind Grundprinzipien der Europäischen Union. Besonders in Zeiten zunehmender antidemokratischer Strömungen, radikaler Ideologien und von vielerorts wachsendem Nationalismus ist es wichtig, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Toleranz, Demokratie, Gleichberechtigung und Achtung der Menschenrechte zu wecken. Das Programm Erasmus+ bietet vielfältige Möglichkeiten für die Vermittlung und praktische Umsetzung dieser Werte.
Eine Priorität – viele Aspekte
Von Näherem betrachtet, umfasst diese Priorität viele verschiedene Einzelaspekte, die sich im Rahmen von Erasmus+ durch die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern gut bearbeiten lassen:
- Kenntnisse über die EU
- Aktive Bürgerschaft
- Gemeinsame Werte
- Soziale und interkulturelle Kompetenzen
- Medienkompetenz
- Kritisches Denken
- Verständnis für das gesellschaftliche, kulturelle und historische Erbe
Das Mehr im Plus
Überschneidung mit anderen Prioritäten
Naturgemäß gibt es viele Überschneidungen mit den anderen drei Prioritäten des Erasmus-Programms. So tragen zum Beispiel Umweltaktivitäten von Schülerinnen und Schülern gleichzeitig zum Lernen über bürgerschaftliches Engagement bei, und der kritische Umgang mit Medien und Fake News lässt sich auch bei der Priorität digitale Transformation verorten. Ein ganzheitliches Projekt wird also beinah automatisch immer alle Prioritäten abdecken – und genau das ist das Ziel.
Für die Praxis
Umsetzung in der Projektarbeit
Egal, ob ein Mobilitätsprojekt oder eine Partnerschaft: Es gibt grundsätzlich immer zwei Möglichkeiten, die Partizipationspriorität umzusetzen:
Zum einen können Sie diese explizit zum Thema machen, das gemeinsam erarbeitet wird. Zum anderen sollten unabhängig von der Themenwahl die Prinzipien der Priorität bei der konkreten Umsetzung des Projekts berücksichtigt werden. Inwieweit können zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler inhaltlich und bei der Planung mitbestimmen? Werden der respektvolle Umgang der Beteiligten untereinander gefördert, Ausgrenzung vermieden, Offenheit für andere aktiv unterstützt? Wird der kritische Umgang mit Nachrichten und Medien im Rahmen des Projekts geübt? Wird bewusst darauf geachtet, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sachliche Argumente zu nutzen und begründete Positionen zu kontroversen Themen zu entwickeln?
#EITA2025 und #Ehrentag 2026
Aktuelles zu Demokratiebildung
Auch beim European Innovative Teaching Award (EITA), der höchsten Auszeichnung für Projektarbeit mit Erasmus+, steht 2025 die Demokratiebildung im Fokus. Das Jahresthema lautet „Citizenship education - participation in democratic life, common values and civic engagement“. Für den Schulbereich wird die Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld (Hessen) ausgezeichnet - die akkreditierte Schule hat mit Erasmus+ besonders partizipativ gearbeitet und sich auch inhaltlich mit Demokratiebildung beschäftigt. Mehr dazu gibt es hier im Erfahrungsbericht nachzulesen.
Am 23. Mai 2026 feiert das Deutsche Grundgesetz seinen Geburtstag. Auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird dieser Ehrentag 2026 zum ersten Mal mit einem Aktionstag gefeiert. Auch Schulen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Mehr dazu auf der Website zum #Ehrentag.
Praxisbeispiele: Demokratiebildung im Austausch
Europa digital: Projektarbeit mit eTwinning
Durch eTwinning, den digitalen Austausch im Rahmen von Erasmus+, ist in den letzten 20 Jahren eine große europäische Lerngemeinschaft entstanden, die über die European School Education Platform vernetzt ist. Der Austausch mithilfe von digitalen Medien macht es Lehrkräften und pädagogischem Personal einfacher, alle Kinder und Jugendlichen mitzunehmen. So werden interkulturelle Erfahrungen möglich, ohne zu verreisen. Gleichzeitig lernen Schülerinnen und Schüler selbstbestimmt, kreativ und verantwortlich mit Medien umzugehen. Und natürlich eignet sich eTwinning auch hervorragend, um Themen aus allen vier Erasmus-Prioritäten aufzugreifen.
Mit den Projektkits stellen wir bei eTwinning eine Reihe von Beispielen guter Praxis vor. Ob Sie das gesamte Projekt für Ihren Unterricht adaptieren wollen oder einzelne Elemente und Werkzeuge herausgreifen, ist dabei ganz Ihnen überlassen. Alle eTwinning Projektkits gibt es hier im Überblick.
Projektkits zu Demokratiebildung und europäischen Werten
Europäische Konferenz in Weimar
„Living and Teaching European Values“
An einer Fachtagung in Weimar im Mai 2025 nahmen über 200 Bildungsfachleute schulischer Einrichtungen aus Deutschland und 23 weiteren Erasmus-Programmstaaten sowie der Ukraine teil. PAD-Leiter Gernot Stiwitz gab im Anschluss an die Konferenz ein Interview im Deutschlandfunk als Beitrag für die Sendung „Campus und Karriere“ zum Thema: „Erasmus+: wie Austausche gegen Extremismus helfen können“. Interview nachhören.
„Schule und Unterricht sind ein zentraler Ort, demokratische Werte zu vermitteln und Handlungskompetenz für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu entwickeln“, erklärte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Simone Oldenburg (Mecklenburg-Vorpommern) anlässlich der Eröffnung der Konferenz. Mehr dazu.
Beispiele für Kooperationspartnerschaften und Kleinere Partnerschaften
Erasmus+ wirkt
„Unseren Analysen zufolge trägt das Programm dazu bei, die Ausrichtung der Schulen mit Blick auf Europäisierung und Internationalisierung weiterzuentwickeln und das Profil der jeweiligen Schule zu schärfen. […] Schulen führen im Rahmen von Erasmus+ Veranstaltungen zu Europa oder Aktionstage zur Europapolitik, die Feier des Europatages oder der ErasmusDays zur Präsentation eigener Projekte durch, um nur einige Beispiele zu nennen.“
Aus der Zusammenfassung zur Erasmus+ Wirkungsstudie „Lernmobilität in Europa“ [pdf], erschienen 2025.
Europas Zukunft gestalten: Ein Zwischenruf von Jean Asselborn
„Europäische Errungenschaften und gemeinsame Werte verteidigen“
Jean Asselborn war von 2004 bis 2023 Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten von Luxemburg. In seinem für unsere Website verfassten Beitrag befasst er sich mit der Entwicklung Europas in Zeiten von Populismus und Krieg - und wie Programme wie Erasmus+ dem entgegenwirken. Den vollständigen Beitrag können Sie hier lesen.
Von der Erbfeindschaft zur Erbfreundschaft: Ein Beitrag von Kurt Kister
„Mein Sohn ist Europäer“
Kurt Kister war Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Bonn, Berlin und Washington und viele Jahre ihr Chefredakteur. Heute ist er als Autor für die Zeitung tätig. Den vollständigen Beitrag können Sie hier lesen.