CICLI: Kinder in der Klimakrise
Das Projekt “Children in the Climate Crisis” (CICLI) möchte pädagogische Fachkräfte darin unterstützen, den Klimawandel zu thematisieren.
DARUM GEHT ES
Mit Kindern über Klimawandel sprechen
Der Klimawandel betrifft alle Menschen weltweit, aber in besonderer Weise diejenigen, die noch viel Zukunft vor sich haben: Die Kinder. Das Projekt “Children in the Climate Crisis” (CICLI) möchte deshalb pädagogische Fachkräfte darin unterstützen, den Klimawandel im Kindergarten, in der Schule oder im Jugendzentrum zu thematisieren.
Leonie Esters ist Juniorprofessorin für Klimamonitoring und koordiniert das Erasmus-Projekt im Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn. Sie erklärt die Zielsetzung so: „Wir wollen Erzieherinnen und Erziehern das Klima und den Klimawandel thematisch näherbringen und sie dafür begeistern, sodass sie diese Themen stärker in ihren Alltag mit den Kindern einbauen. Dadurch soll langfristig die jüngste und vom Klimawandel am meisten betroffene Generation sensibilisiert werden. Naturwissenschaften spielen in der Ausbildung leider bisher häufig keine große Rolle, wodurch sich viele nicht zutrauen, das Thema mit den Kindern zu behandeln.“
„Der Klimawandel kennt keine Grenzen! Nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit können wir das Problem in einem globalen Zusammenhang verstehen und Lösungen entwickeln, um Kinder frühzeitig zu sensibilisieren.
Obwohl die Problematik global ist, gibt es in den verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen. Diese wollen wir in unserem Projekt kombinieren und zeigen, dass gemeinsam entwickelte Ideen nachhaltiger und wirkungsvoller sind.“
DAS HABEN WIR GEMACHT
Fortbildungen und Material
Lehrkräfte, Personen aus der Sozialarbeit oder Kita-Fachkräfte sind häufig für den Klimawandel sensibilisiert. Aber naturwissenschaftliche Hintergründe dazu spielen in der eigenen Ausbildung oft keine große Rolle, weshalb viele es sich nicht zutrauen, mit Kindern und Jugendlichen über die Klimakrise zu sprechen. Das Hauptziel des Projekts ist deshalb die Erstellung und Verbreitung von wissenschaftlich und pädagogisch abgesicherten und erprobten Materialien für (früh)kindliche Bildungsangebote zur Bekämpfung des Klimawandels.
Dafür wurde das Projekt bereits ausgezeichnet: Im August 2025 verliehen das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Deutsche UNESCO-Kommission die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Die ausgezeichneten Initiativen überzeugen durch innovative Bildungsansätze, die Menschen dazu befähigen, eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft aktiv mitzugestalten. Auch das Projekt „Kinder in der Klimakrise“ begeisterte die Jury mit einem eindrucksvollen Einsatz für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Was war Ihr persönliches Highlight im bisherigen Projektverlauf?
Da kommen mir als erstes die Projekttreffen in den Sinn, denn es ist schön, alle Projektpartner nach und nach immer besser kennenzulernen. Ich habe dabei gelernt, wie man die Zusammenarbeit in einem internationalen Team organisiert. Das war herausfordernd, aber auch eine tolle Erfahrung. Die europäische Zusammenarbeit ermöglicht auch oft einen optimistischeren Blick auf den Klimawandel. Zu sehen, welche anderen Perspektiven und Ideen es gibt, ist immer wieder motivierend.
Der Schwerpunkt in Ihrem Projekt ist die Bekämpfung des Klimawandels. Trotzdem möchten und müssen sich die Projektpartner in Europa ja auch zum Austausch treffen. Was tun Sie, um trotzdem nachhaltig zu reisen?
Bei unserem Projekt "Children in the Climate Crisis" steht der CO₂-Ausstoß im Mittelpunkt. Deshalb versuchen wir, wann immer es möglich ist, unsere Reisen zu Treffen mit den Partnern umweltfreundlich zu gestalten und berichten darüber auch auf unserer Projektwebsite im Blog. Für die 1500 Kilometer nach Estland haben wir beispielsweise zwei Routen ausprobiert, für die man kein Flugzeug oder Auto braucht. Das war nicht immer besonders schnell oder bequem, aber man macht auf jeden Fall spannende Erfahrungen."
An wen richten sich die Fortbildungen, die im Rahmen des Projekts angeboten werden?
Sie sind gedacht für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und Betreuende verschiedener Einrichtungen. Daher unterteilen wir das Material nach Altersgruppen. Die Materialien sind öffentlich auf unserer Website zu finden. Außerdem arbeiten wir derzeit an einer Veröffentlichung in Buchform.