Mit Erasmus+ in Frankreich
Die Albert-Schweitzer-Schule in Aue (Sachsen) besuchte mit Erasmus+ ihre französische Partnerschule in Oyonnax. Der Austausch war die 100.000ste Lernmobilität im Schulbereich in Deutschland.
„Ein großer Teil unserer Schülerinnen und Schüler stammt aus Familien in angespannten sozio-ökonomischen Verhältnissen. Reisen ins Ausland und Begegnungen mit anderen Kulturen stellen die Ausnahme dar. Für mich ist unsere Teilnahme am Erasmus-Projekt deshalb ein Schritt in Richtung Teilhabe und Inklusion. Ich bin dankbar, dass wir so auch als Förderschule die Möglichkeit haben, Schülerinnen und Schülern interkulturelle Lernmomente zu ermöglichen”, betont Schulleiterin Katja Neubauer.
15 Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule Aue reisten im März 2025 die Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich. Unter dem Motto „Glück auf en France“ besuchten sie gemeinsam mit drei Begleitlehrkräften das Collège Ampère in Oyonnax. Um den Austausch möglichst nachhaltig zu organisieren, reisten die Jugendlichen im Bus an.
Neben Hospitationen und der gemeinsamen Projektarbeit im Unterricht standen gemeinsame Exkursionen in die Umgebung auf dem Programm. Der Gruppenaustausch der Förderschule war die 100.000ste Lernmobilität in Deutschland, die seit Start des EU-Programms 2021 aus Mitteln der Europäischen Union unterstützt wurde.
„Genau das habe ich mir für unsere Jugendlichen gewünscht und diese Chance wollte ich ihnen unbedingt geben!"
Inklusiver Austausch benötigt ausreichende Finanzierung
Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Simone Oldenburg (Mecklenburg-Vorpommern) zeigte sich in einer Pressemeldung erfreut, dass die 100.000ste Lernmobilität von einer Förderschule durchgeführt wurde: „Das Programm Erasmus+ steht auch für Chancengerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und eine Kultur der Vielfalt. Ich freue mich, dass die 100.000ste Lernmobilität von einer Förderschule durchgeführt wird“. Dies zeige, dass Erasmus+ seinen inklusiven Anspruch einlöse und Europa für alle erlebbar mache, indem es gezielt Schulen im ländlichen Raum und Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf einbeziehe.
Dabei soll es auch in Zukunft bleiben. „Damit Europa für mehr dieser Schulen erlebbar wird, müssen wir dieser Priorität in der Programmgeneration ab 2028 allerdings einen noch prominenteren Platz einräumen als bislang. Die EU-Kommission muss dazu ausreichend finanzielle Mittel bereitstellen“, so die Ministerin.