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eTwinning Preis 2025

Mit dem Deutschen eTwinning-Preis werden einmal im Jahr beispielhafte Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie der digitale Austausch zwischen Schulen in Europa den Unterricht bereichern und Fremdsprachen- und Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schülern fördern kann.

Die Kraft der Gemeinschaft

Nachhaltige Ernährung und regionaler Konsum, die Zukunft der Arbeitswelt, die Influencer-Kultur oder dystopische Literatur – egal mit welchem Thema sich die Schülerinnen und Schüler in ihrem eTwinning-Projekt beschäftigt haben, eine wichtige Erfahrungen teilen sie: Der digitale Austausch hat sie mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern Europas in Kontakt gebracht. So konnten sie Erfahrungen austauschen, Gemeinsamkeiten entdecken und zusammen Ideen entwickeln. Diese Form der aktiven Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ist bei allen Projekten, die in diesem Jahr mit dem Deutschen eTwinning-Preis ausgezeichnet werden, in vorbildlicher Weise umgesetzt. Die Wertschätzung, die sie dabei von Gleichaltrigen, aber auch von den beteiligten Lehrkräften, erfahren, stärkt ihr Selbstbewusstsein und lässt sie erkennen: Eine starke Gemeinschaft ist das beste Rüstzeug für die Herausforderungen der Zukunft.

In diesem Jahr wird zum ersten Mal auch eine Einrichtung aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung ausgezeichnet. Das Projekt der Kita Rheinpiraten e.V. in Leverkusen hat gezeigt, wie junge Lernende auf kreative und altersgerechte Weise international zusammenarbeiten können.

Hier stellen wir die zehn Sieger-Projekte in den Alterskategorien bis 11 Jahre, 12 bis 15 Jahre und ab 16 Jahre sowie den Gewinner des an das eTwinning-Jahresthema angelehnten Spezialpreises vor.

 

Ein Pokal auf dem das eTwinning-Logo zu sehen ist.
Qualität wird belohnt

Der deutsche eTwinning-Preis ist neben dem Qualitätssiegel und dem Schulsiegel nur eine von mehreren Auszeichnunge, die von der nationalen Koordinierungsstelle für eTwinning für gelungene digitale Projektarbeit vergeben werden. Hier finden Sie eine Übersicht über alle eTwinning-Auszeichnungen.

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Die ausgezeichneten Projekte

1. Platz: Staatliche Realschule Mainburg (Bayern)

THE JIGSAW OF LIFE

Das Leben als Puzzle, bei dem Dinge wie Individualität und Gemeinschaft, Natur und Umweltschutz oder Vielfalt und Teilhabe ineinandergreifen. Als genau solch ein Puzzle kann auch Europa verstanden werden. Das haben die Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Norwegen und Katalonien erfahren, die am trinationalen Projekt „The Jigsaw of Life“ beteiligt waren. Christa Stalder, Lehrerin an der Staatlichen Realschule Mainburg in Bayern, hat den Austausch gemeinsam mit ihren spanischen und norwegischen Kolleginnen organisiert. Herzstück des Projekts war die kollaborative Arbeit an drei Geschichten rund um die Themen Naturschutz, mentale Gesundheit und Inklusion. Eine Schule entwickelte die Idee für eine Geschichte, die zweite nahm den Faden auf und erzählte die Ereignisse weiter. Die dritte Schule inszenierte die Erzählung schließlich und hielt das Ergebnis als Video fest. „Ein gelungenes Beispiel für echte internationale Teamarbeit“ hebt die Jury hervor. 

Ganz nebenbei haben die 11-Jährigen so auch ihre Sprachkenntnisse verbessert. „'The Jigsaw of Life' hat die englische Sprache für meine Schüler zum Leben erweckt, echte Kontakte ins Ausland ermöglicht und zu Begegnungen auch außerhalb des Projektrahmens motiviert“, erinnert sich Christa Stalder.

2. Platz: Gustav-Dreyer-Schule, Berlin 

The food watchers

Wieviel Kilometer legt ein Apfel eigentlich zurück, bis er bei uns im Supermarkt landet? Wie lang ist die Lieferkette vom Erzeuger bis zum Verbraucher? Und warum trägt regionales Einkaufen zum Klimaschutz bei? Dazu recherchierten Berliner Schülerinnen und Schüler und ihre Partner aus Dänemark, Spanien und Italien nicht nur Daten und Fakten, sondern dachten sich spannende Aktionen aus. Bei einer Challenge versuchten die Kinder ihre Brotboxen nur mit Pausensnacks aus dem Heimatland zu füllen, in ihren virtuellen Öko-Supermärkten boten die gemischtnationalen Teams nachhaltig produzierte Produkte an, und auf selbstentworfenen Postern klärten sie über gesunde Ernährung auf. Doch nicht nur für Kopf und Verstand gab es reichlich Nahrung, in der Schulküche bereiteten die Kinder auch leckere Spezialitäten aus den Partnerländern zu.

Ihre Lehrerin Kristina Gaudi, die schon zum zweiten Mal den Deutschen eTwinning-Preis erhält, hat die jungen eTwinnerinnen und eTwinner erneut zu Höchstleistungen motiviert: „Ihr Engagement gibt mir Hoffnung, dass die junge Generation etwas verändern kann.“ Die Jury lobt eine klare Projektstruktur, methodische Vielfalt und den konkreten Beitrag der Schülerinnen und Schüler zu globalen Herausforderungen.

3. Platz: Kita Die Rheinpiraten e.V., Leverkusen (NRW)

A dinosaur story writing

Die Dinos sind los! Bei ihrem spaßigen eTwinning-Abenteuer erweckten Vorschulkinder eine Dinosaurier-Geschichte zum Leben. Die 3- bis 6-Jährigen einer bilingualen deutschen Kita schrieben und malten mit ihren Partnern aus Frankreich und Rumänien abwechselnd an der Abenteuer-Story, und veröffentlichten sie als buntes, digitales Dino-Bilderbuch. Dabei lernten die jungen Autorinnen und Autoren, wie wichtig präzise Planung, die Abstimmung mit den Partnern und Teamarbeit ist – und verbesserten ganz nebenbei ihre Englischkenntnisse. Vor allem aber stand der Spaß am gemeinsamen Erzählen im Vordergrund. Ein Kind formulierte es so: „Toll, dass wir verschiedene Sprachen sprechen, aber gemeinsam ein Buch machen können.“

Auch die pädagogische Fachkraft und englische Muttersprachlerin Hannah Punte ist begeistert von ihrer eTwinning-Premiere: „Die Kinder haben gezeigt, was Zusammenarbeit alles möglich machen kann!“ Die Jury lobt den kreativen und altersgerechten Einsatz digitaler Medien, durch den schon die Kleinsten international zusammenarbeiten können.

1. Platz: Otto-Tschirch-Oberschule, Brandenburg an der Havel

THAT'S IT! 

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Wie man diese altbekannte Umkehr eines Seneca-Zitats mit Leben füllen kann, beweist das Projekt „THAT’S IT!“, an dem Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 15 Jahren aus fünf europäischen Ländern beteiligt waren. In internationalen Teams recherchierten sie zu Frauen der Weltgeschichte, schrieben Briefe an ihr Vergangenheits-Ich sowie ihr zukünftiges Ich oder fassten die eigenen Gefühle in Gedichte. Die einzelnen Aktivitäten waren dabei als Aufgaben einer Schatzsuche angelegt. Der Schatz: verborgene Talente, neue Perspektiven und bereichernde Begegnungen. Auf ihrem Weg dorthin wurden die Jugendlichen von ihren Lehrkräften mit viel Wertschätzung und Motivation begleitet. Das Projekt „überzeugt durch vielfältige pädagogische Ansätze und eine wertschätzende und motivierende Ansprache an die Schülerschaft“, lobt die Jury. So konnten nicht nur die Schülerinnen und Schüler persönlich wachsen, betont Liudmyla Reznikov, die das Projekt an der Otto-Tschirch-Oberschule in Brandenburg koordiniert hat: "THAT'S IT! hat deutlich gezeigt, dass der größte Gewinn im eigenen Mut, in der Freude am Lernen und in der Kraft des Zusammenhalts liegt, unabhängig vom Alter. Diese Erfahrungen begleiten uns – die Jugendlichen und die Lehrkräfte – wie ein bleibender Schatz auf unserem Weg zu neuen Herausforderungen und zu uns selbst." 

2. Platz: Georg-Büchner-Schule Rodgau (Hessen)

Jobs Evolution

Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? Welche Fähigkeiten könnten besonders gefragt sein? Und welche Berufe werden verschwinden oder sind bereits ausgestorben? Fragen, die Jugendliche aus Deutschland, Polen und Griechenland gleichermaßen auf den Nägeln brannten. Sie erörterten die Herausforderungen der Beschäftigung im digitalen Zeitalter, debattierten über „Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?“ und entwickelten gemeinsam ihren Traumberuf für die Zukunft. Beim „Berufekrimi“ lösten die deutschen eTwinnerinnen und eTwinner und ihre Partner mit detektivischem Spürsinn mysteriöse Fälle aus der Arbeitswelt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie auf digitalen Pinnwänden, als Präsentationen und Podcasts.

Ihre Lehrerin Alicia Ellenberger, eine überzeugte eTwinnerin, sieht im Projekt nicht nur eine Chance zur Berufsorientierung, sondern auch zur Persönlichkeitsbildung: „Dadurch, dass wir Europa ins Klassenzimmer geholt haben, haben die Jugendlichen Toleranz, Respekt und Teamgeist entwickelt.“ Die Jury lobt die hervorragende Zusammenarbeit der internationalen Teams sowie die Vielfalt der Methoden und Ergebnisse.

3. Platz: Staatliches Otto-Schott-Gymnasium Mainz-Gonsenheim (Rheinland-Pfalz)

InfluNicer

Influencer sind die Stars im Internet: Sie setzen Trends, werben für Marken und beeinflussen Meinungen. Ihr Ziel: Möglichst viele Followerinnen und Follower an sich zu binden. Für einen kritischen Umgang mit deren Botschaften warben Spanischklassen aus Deutschland, Italien und Spanien bei ihrem eTwinning-Projekt. Sie analysierten die Auftritte echter Influencer aus den drei Ländern und stellten ihnen „InfluNicer“ gegenüber – seriöse Vorbilder mit wertvollen Tipps zu Themen, die wirklich zählen: Gesundheit und Selbstwertgefühl, Reisen und Umwelt sowie Essen und Genuss. Indem die Jugendlichen selbst in die Rolle von Influencern schlüpften, wurden sie zu Botschafterinnen und Botschaftern fürs Lernen und Brückenbauen zwischen den Kulturen. 

Eva Spohrs, die das Projekt zusammen mit ihrer Kollegin Lena Haas durchführte, ist überzeugt, dass die internationale Zusammenarbeit den Lernerfolg ihres eTwinning-Debüts enorm gesteigert hat: „Die Jugendlichen haben erlebt, dass ihre europäischen Partner ähnliche Themen bewegen. Das hat sie eng miteinander verbunden.“ Die Jury lobt die klare Verbindung zur Lebenswirklichkeit der Jugendlichen und hebt die Vielfalt von Inhalt und Methodik des Projekts hervor.

1. Platz: Berufskolleg Lübbecke | Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg Minden (NRW)

Second Best

Nicht alles muss glänzend neu sein, auch die zweite Wahl verdient eine Chance! Das war die Botschaft der Projektpartner aus Deutschland, Italien, Polen, Portugal, Spanien und der Türkei. Ihr Ziel: Ein Bewusstsein für Themen rund um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu schaffen. Sie setzten sich kritisch mit dem übermäßigen Konsum der Wegwerfgesellschaft auseinander und überlegten, was jede und jeder persönlich zum Umweltschutz beitragen kann. Außerdem ging es unter anderem um das Gefühl, sich zweitklassig zu fühlen oder die zweite Wahl in Beziehungen zu sein, sowie die Chance auf ein zweites Leben durch eine Organspende. Ihre Ideen und Erfahrungen veröffentlichten die Jugendlichen in Forumsbeiträgen, Präsentationen, einem Song sowie einem aufwendig gestalteten eBook mit Comics und Texten. Ihr Fazit: Wir müssen alle unser Konsumverhalten ändern, weil es keinen zweiten Planeten gibt!

Die Lehrerin Corinna Friedrich ist überzeugt: „Dank der internationalen Zusammenarbeit haben meine Schülerinnen und Schüler noch besser verstanden, dass Nachhaltigkeit ein globales Thema ist.“ Ihre Kollegin Mercè Rodriguez Arxer ergänzt: „Bei eTwinning können alle kreativ sein, unabhängig von ihren Fähigkeiten.“ Die Jury lobt das gelungene pädagogische Konzept, die hervorragende Kooperation der Lehrkräfte sowie den sinnvollen Einsatz digitaler Tools. 

2. Platz: Teletta-Groß-Gymnasium Leer (Niedersachsen)

Dystopian Visions: The Power of Literature

Machtmissbrauch und Überwachung durch totalitäre Regime, Manipulation und soziale Spaltung – dystopische Literatur entwirft pessimistische Zukunftsvisionen. Damit befassten sich rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Ostfriesland, Belgien, Italien und der Türkei. Sie analysierten zunächst weltberühmte Klassiker wie "1984", „Animal Farm“ oder „Brave New World“, verfassten dann in internationalen Teams eigene dystopische Kurzgeschichten und lieferten Ideen für selbstproduzierte Podcasts. Zum Gemeinschaftswerk, einem fast hundertseitigen E-Book, steuerten die deutschen Jugendlichen zahlreiche lesenswerte Artikel auf Englisch bei. 

Ihr Lehrer Benedikt Liebsch ist von seinem ersten eTwinning-Projekt überzeugt: „Es zeigt ein breites, internationales Interesse an dystopischen Themen, fördert den interkulturellen Austausch und regt zum kritischen Denken an.“ Die Jury lobt die klare pädagogische Zielsetzung und den Einsatz vielfältiger digitaler Werkzeuge. 

3. Platz: Westfalen-Kolleg Bielefeld (NRW)

Inside Gen Z

Die Generation Z, kurz Gen Z, die ab Mitte der 90er Jahre geboren wurde, gilt als digital vernetzt und werteorientiert, und hat Berufswünsche, bei denen Karriere nicht unbedingt an erster Stelle steht. Aber wie sieht sie sich selbst? Was beschäftigt die jungen Menschen? Und auf welche Herausforderungen treffen sie? Das wollten je fünf junge Leute aus Deutschland, Litauen und Serbien bei ihrer Teamarbeit herausfinden. Die Kleingruppen boten einen Schutzraum für den Austausch über sehr persönliche Themen wie den Umgang mit übermäßigem Handygebrauch oder Erfahrungen mit Ängsten und Depressionen.  Ihre wertvollen Tipps und Empfehlungen publizierten die eTwinnerinnen und eTwinner in einer Online-Präsentation und in einem Video und verbesserten so auch ihre digitalen Kompetenzen.

Die Lehrerin Anja Stuhrhahn freut sich, dass ihre eTwinning-Premiere von den Studierenden des Weiterbildungskollegs so positiv aufgenommen wurde: „Sie haben erfahren, dass sie mit der Gen Z in anderen europäischen Ländern viele Erfahrungen teilen. Das verbindet!“ Die Jury lobt das Projekt als hervorragendes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit mit digitalen Medien wirkungsvoll gelingen kann.

Spezialpreis: Gustav-Heinemann-Oberschule, Berlin 

Speak up!

„Für meine Schülerinnen und Schüler war „Speak up!“ eine prägende Erfahrung: Sie haben gelernt, Fake News kritischer zu hinterfragen und Hate Speech nicht einfach stehen zu lassen. Besonders die internationalen Diskussionen, die Vielfalt der politischen Systeme und der Debattier-Workshop in Deutschland haben ihnen neue Perspektiven eröffnet und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.“ So blickt Felix Fischer auf das Projekt zurück, das er gemeinsam mit Lehrkräften aus Italien, Polen und Zypern durchgeführt hat. Die digitale Projektarbeit brachte junge Menschen aus vier europäischen Ländern in den Austausch über demokratische Werte, Meinungsfreiheit und europäische Bürgerschaft. Damit knüpften die Aktivitäten an das eTwinning-Thema des vergangenen Schuljahres an, das unter dem Titel „Citizenship education: celebrating what unites us“ Demokratiebildung und die Auseinandersetzung mit europäischen Werten in den Fokus rückte. Die Jury ist begeistert von dem Projekt, „das vielen Beteiligten Raum zur aktiven Mitgestaltung gegeben hat und damit den europäischen Gedanken gelebter Demokratie im Klassenzimmer stärkt.“