Mit Sport und Sprache fit ins Leben
An der Helene-Lange-Schule in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) lernen Jugendliche im internationalen Austausch wichtige Kompetenzen für ihre berufliche Zukunft. Die Schule wurde dafür mit dem European Innovative Teaching Award ausgezeichnet.
Gemeinsam mit ihrer Partnerschule „Agrupamento de Escolas de Oliveira do Hospital“ in Portugal entwickelte die Helene-Lange-Schule ein Konzept, um die Fremdsprachenkenntnisse sowie interkulturelle Kompetenzen zu vertiefen. Zur Schulgemeinschaft gehören 440 Schülerinnen und Schüler aus 23 Nationen. Im Projekt „Mit Sport und Sprache fit ins Leben! Berufsorientierung international“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten weiter und lernten kulturelle Unterschiede beim Austausch kennen. In Portugal hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, drei Berufsfelder von Gastfamilien praktisch zu erleben: Von der Arbeit im Krankenhaus, den Tätigkeiten als Hausmeister und Landschaftsgärtner bis zu den Abläufen in einem Restaurant bekamen sie vielfältige Einblicke. Die Gesamtheit der Aktivitäten als akkreditierte Schule zum Themenbereich Sprachenlernen und Berufsorientierung wurden mit dem European Innovative Teaching Award 2026 in der Kategorie „Europäisches Sprachensiegel“ ausgezeichnet.
„Es war für mich im Projekt inspirierend zu sehen, wie schnell die Lernenden ihre Englischkenntnisse ausgebaut haben und offen mit ihren Projektpartnern kommuniziert haben. Nach dem Ende des Schüleraustauschs ist die Motivation zur Teilnahme am Englischunterricht deutlich gestiegen.“
Spürbare Wirkung der Austauschbegegnungen
Der Austausch mit Portugal hat bei den Schülerinnen und Schülern in vielerlei Hinsicht Wirkung gezeigt. Sie erlebten unmittelbar, wie wichtig es ist, sich in einer fremden Sprache verständigen zu können und nahmen motivierter am Fremdsprachenunterricht teil. Zur Vorbereitung der Mobilität fand regelmäßig eine Online-Englischstunde mit den Projektpartnern in Portugal statt. Im Anschluss an die Begegnung entstand der Wunsch, diese Stunde mit den portugiesischen Schülerinnen und Schülern weiterzuführen. Dieses regelmäßige digitale Treffen wurde fest im Stundenplan verankert und bietet den Lernenden die Chance, ihre Englischkenntnisse im direkten Austausch mit Gleichaltrigen aus Portugal anzuwenden und weiterzuentwickeln. Bei diesen Stunden sind auch zukünftige Erasmus-Teilnehmende willkommen, um ihre Neugierde für einen Auslandsaufenthalt zu wecken.
Nachdem ein Teil des Kollegiums an einer europäischen Fortbildung „Berufsorientierung in Europa“ teilgenommen hatte, richtete die Schule ihre jährlich stattfindende Berufsorientierungsmesse internationaler aus und bezog dabei Erfahrungen der europäischen Zusammenarbeit ein. Unter anderem war auch eine Delegation aller Partnerschulen eingeladen. Rund 30 Firmen aus der Region präsentierten sich und ermöglichten den Jugendlichen, Kontakte zu künftigen Arbeitgebern aufzubauen. Im Unterricht hatten die Schülerinnen und Schüler zuvor Lebensläufe in verschiedenen Sprachen erstellt und Einstellungstests in deutscher und englischer Sprache erprobt – beides präsentierten sie auf der Messe.
Gastfreundschaft wird groß geschrieben
Der Besuch in Portugal war für die deutschen Jugendlichen eine besondere Erfahrung. Zum ersten Mal reisten viele von ihnen ohne ihre Eltern in ein fremdes Land und mussten sich auf eine neue Umgebung, eine andere Sprache und ungewohnte Alltagssituationen einlassen. In ihren portugiesischen Gastfamilien fühlten sie sich von Anfang an herzlich aufgenommen und willkommen. Die Begegnungen gaben ihnen nicht nur die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse im Alltag anzuwenden, sondern stärkten auch ihr Selbstvertrauen und ihren Blick für andere Kulturen.
Beim Gegenbesuch in Deutschland wechselten die Jugendlichen die Rolle und wurden selbst zu Gastgeberinnen und Gastgebern. Mit viel Engagement empfingen sie ihre portugiesischen Gäste und zeigten ihnen ihre Stadt Bitterfeld, ihren Alltag und ihre Lebenswelt. Auch die Gastfamilien begegneten den Schülerinnen und Schülern aus Portugal mit großer Offenheit und Gastfreundschaft – selbst diejenigen, die dem Austausch zu Beginn vielleicht noch etwas skeptisch gegenüberstanden. Dass es gelungen ist, die Familien trotz kultureller Unterschiede von den positiven Erfahrungen und der Bedeutung des Austauschs zu überzeugen, sehen die Lehrkräfte als besonderen Erfolg der europäischen Zusammenarbeit.