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Schüleraustausch

Windkraft verbindet

„Wie kann unser Planet gerettet werden?“ fragen sich die Jugendlichen an der ländlichen Sekundarschule „Thomas Mann“ in Dardesheim. Antworten fanden sie in Polen und Spanien beim europäischen Schüleraustausch.

Dardesheim ist ein Ortsteil der Stadt Osterwieck in Sachsen-Anhalt und liegt unweit des Landschaftsschutzgebiets Harz. Die meisten der knapp 400 Schülerinnen und Schüler kommen aus den umliegenden Dörfern und fahren täglich mit dem Bus zur Schule. „Unser Ziel ist es, alle uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu einem Abschluss nach ihren Möglichkeiten zu führen, sei es der Haupt- oder der Realschulabschluss“, sagt Schulleiterin Margret Bosse. „Es ist uns als Schule ein ganz besonderes Bedürfnis, ihnen Unterstützung bei der Berufsfindung zu geben.“ Im Fokus stehen dabei regionale Betriebe – die Schülerinnen und Schüler sollen diese kennenlernen und dann einen passenden Ausbildungsplatz für sich finden.

Um ihnen dabei zu helfen, kooperiert die Schule eng mit den Unternehmen vor Ort, beispielsweise dem Windpark Druiberg. Dieser spielt in Dardesheim eine besondere Rolle – denn er erzeugt ein Vielfaches der Energie, die der Ortsteil selbst verbraucht. Auf die Auszeichnung als „Energie-Kommune“ ist man in Dardesheim deshalb stolz und pflegt zwei europäische Partnerschaften mit Städten, in denen ebenfalls Windenergie erzeugt wird: Ciechanów in Polen sowie El Perelló in Spanien. Diese Kontakte konnte die Sekundarschule „Thomas Mann“ nutzen, um selbst in Europa mobil zu werden und den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf Bekanntes zu ermöglichen.

Jugendliche sitzen auf dem Fußboden und basteln ein Bienenmodell

In der Erasmus-Partnerschaft der Thomas-Mann-Schule in Dardesheim (Sachsen-Anhalt) mit Schulen in Polen und Spanien dreht sich alles um Bienen, Müll(vermeidung) und erneuerbare Energie. Bei der Begegnung der polnischen, deutschen und spanischen Schülerinnen und Schüler in Cierchanòw basteln sie Bienen aus Verpackungsmüll.

Jugendliche in Imkerschutzkleidung, eine hält eine Bienenwabe in die Kamera

Bei der Begegnung mit der Partnerschule in El Perelló fuhren die Schülerinnen und Schüler in speziellen Schutzanzügen hinaus ins Gebirge zu den Bienenkörben. Auch an der Sekundarschule in Dardesheim gibt es eine Bienen-AG. Ihr Wissen über Bienen konnten alle Jugendlichen dank Erasmus+ erweitern.

Jugendliche basteln an einem Tisch mit Abfallmaterial

Beim Erasmus-Treffen in El Perelló trafen sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops, um aus Verpackungsmüll nützliche Gegenstände zu basteln. Außerdem ging es beim Projekttreffen um Müllvermeidung, Bienenzucht und Windenergie. In der gemeinsamen Freizeit lernten die Jugendlichen die Umgebung kennen und auch das gemeinsame Essen kam nicht zu kurz.

Gruppe Jugendlicher steht vor einem Wandgemälde. Man sieht eine bunte Weltkugel und die Flaggen der Schulpartnerschaft: Spanien, Deutschland und Tschechien. An der Seite ist eine Biene gemalt.

Beim internationalen Treffen in Dardesheim entstand dieses Wandgemälde. Die Kosten für die Fahrten nach Deutschland, Polen und Spanien konnten dank der Fördermittel im Rahmen von Erasmus+ zu großen Teilen von den Schulen übernommen werden. Eine Chance für alle, die sonst kaum die Möglichkeit zu einem solchen Auslandsaufenthalt gehabt hätten.

Porträtfoto eines Schülers
Margret Bosse ist Schulleiterin an der Sekundarschule „Thomas Mann“ in Dardesheim

„Unsere Gastgeber sind einfach super. Alle Schülerinnen und Schüler und wir Lehrkräfte werden sehr herzlich empfangen. Es entsteht ein tolles Gemeinschaftsgefühl.“

Mit dem Bus nach Polen

Für den Schulaustausch mit Polen wählten Margret Bosse und ihre beiden Kolleginnen Manuela Harring und Sarah Lüttge auch ein umweltfreundliches Transportmittel: In der Woche vor den Herbstferien fuhren sie mit zehn Schülerinnen und Schülern aus der 9. Klasse mit dem Bus nach Ciechanów. Zur Vorbereitung des Treffens hatten sich die Jugendlichen vorab bereits bei Videokonferenzen kennengelernt – auf die persönliche Begegnung freuten sie sich trotzdem umso mehr.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Verständigung auf Englisch funktionierte die Kommunikation täglich besser. Margret Bosse erinnert sich: „Es gab viele Aktivitäten, wobei alle Gruppen gemischt wurden und stündlich mehr Kontakte geknüpft wurden. Ob beim Entwerfen eines gemeinsamen Logos oder bei gemeinsamen Tanzschritten, ob beim Empfang des Bürgermeisters und der Vorstellung der stadteigenen Bienenzucht – es war ein tolles Erlebnis und Gemeinschaftsgefühl. Nachdem die Jugendlichen am Abschlussabend Gastgeschenke ausgetauscht und typische polnische Nationalgerichte probiert hatten, flossen bei einigen sogar Tränen des Abschieds.“

Die Kosten für die Fahrt nach Polen konnten dank der Fördermittel im Rahmen von Erasmus+ komplett übernommen werden – aus Sicht der Schulleiterin eine große Chance. Sie ist sich sicher: „Die meisten unserer Neuntklässler hätten das sonst nicht gemacht. Ein Schüler hat sogar zu mir gesagt, es sei das Beste, was er bisher in seiner Schulzeit je erlebt habe.“

 

Imkern und Windenergie in Spanien

An der Sekundarschule in Dardesheim gibt es eine Bienen-AG und eine Schülerfirma. Den selbstproduzierten Honig, Marmelade, Seifen und Sirup verkaufen die Schülerinnen und Schüler auf regionalen Veranstaltungen. Ihr Wissen über Bienen konnten sie dank Erasmus+ nun in Spanien und Polen erweitern. Bei der Begegnung mit der Partnerschule in El Perellós fuhren die Jugendlichen in speziellen Schutzanzügen hinaus ins Gebirge zu den Bienenkörben. Im Anschluss gab es einen Vortrag über regenerative Energien, und natürlich wurden auch die örtlichen Windräder besucht. „Dabei spielte auch immer wieder der Dardesheimer Windpark eine wichtige Rolle, zu dem unsere Schüler die ein oder andere wichtige Information geben konnten – die Anlagen sind ja direkt vor unserer Schultür“, berichtet Sarah Lüttge. Trotz der vielen neuen Eindrücke hatten die Schülerinnen und Schüler so einen konkreten Bezug zu ihrem eigenen Lebensalltag und das Gefühl, dass auch sie tatsächlich einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können.

Wie fördert Erasmus+ den Schüleraustausch?

Für Schulen, die bislang noch keine großen Erfahrungen mit europäischem Austausch gesammelt haben, bietet Erasmus+ eine gute Einstiegsmöglichkeit: Die Kurzzeitprojekte mit einer Dauer von sechs bis 18 Monaten. In einem Kurzzeitprojekt können bis zu 30 Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler beispielsweise eine Partnerschule im Ausland besuchen. Um längerfristig und regelmäßig Austausch finanzieren zu können, bietet sich für Schulen eine Akkreditierung an.

Imkern mit eTwinning an einer Förderschule
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