Nach Europa und Back to School
Interkulturelle Erfahrungen während der Schulzeit öffnen Türen und beeinflussen die persönliche Entwicklung. Davon ist Rabea Effelsberg überzeugt. eTwinning hat ihr den Weg in ein europäisch geprägtes Berufsleben geebnet.
Als Rabea Effelsberg vor 15 Jahren erstmals an ihrer Schule an einem eTwinning-Projekt teilnahm, ahnte sie nicht, wie lange eTwinning sie begleiten würde – nicht nur in der Schulzeit, sondern weit darüber hinaus: Bis zum Abitur folgten drei weitere digitale Austauscherfahrungen. Und heute wirbt sie immer wieder bei jungen Menschen dafür, die Chancen der EU-Bildungsprogramme zu nutzen. Dabei reagierte sie zunächst zögerlich, als ihre Lehrerin am Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium in Marl ihr vorschlug, in der eTwinning-AG mitzumachen.
„Am Anfang war ich ein bisschen unsicher, was mein Englisch angeht, und wusste nicht, ob ich da wirklich meinen Platz finden würde. Doch ich bin zum Glück dabeigeblieben, und das hat dann viele Türen geöffnet – für mich persönlich, aber auch für meinen beruflichen Weg.“
Heute arbeitet Rabea Effelsberg als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Luxemburg. Ihr Schwerpunkt dort ist die Jugendarbeit. So koordiniert und betreut sie beispielsweise das Netzwerk der mehr als 30 Botschafterschulen im Land. Und schon während ihres Studiums war sie in diesem Bereich tätig. Als Jugendleiterin organisierte und betreute sie europäische Begegnungen. Ihr Ziel ist es, den Jugendlichen die gleichen europäischen Erfahrungen zu ermöglichen, die sie in ihrer Schulzeit so nachhaltig geprägt haben. »Die Neugierde auf Europa und auf eine Arbeit im multikulturellen Kontext hat bei mir ganz klar eTwinning geweckt«, sagt sie.
Europa im Austausch erfahren
Den Grundstein dafür legte das erste Projekt, an dem Rabea Effelsberg beteiligt war. Unter dem Titel »European Multi-cultural Society and Citizenship« ging es vor allem um die Fragen, was es bedeutet, Bürgerin oder Bürger der EU zu sein, welche Chancen darin für jede und jeden persönlich liegen – und welche Herausforderungen dieses multikulturelle Umfeld mit sich bringt. Gemeinsam mit Partnerklassen aus Spanien oder Schweden tauschten sich die deutschen Schülerinnen und Schüler dazu aus und arbeiteten dabei digital zusammen. »Mit jedem Treffen bin ich weltoffener geworden und habe an Selbstsicherheit gewonnen. Die Projekte haben mich nicht nur sprachlich, sondern vor allem auch in der persönlichen Entwicklung gestärkt«, erinnert sie sich.
Im folgenden Schuljahr wurde das Projekt dann fortgesetzt, diesmal mit einem Schwerpunkt darauf, was demokratische Prozesse auszeichnet und welche Möglichkeiten es gibt, als Bürgerin oder Bürger an diesen zu partizipieren. Beide Projekte wurden mit dem Deutschen eTwinning Preis ausgezeichnet. Im Rahmen der Preisverleihung besuchte die damalige Europaabgeordnete Jutta Haug das Gymnasium in Marl und sprach mit den Schülerinnen und Schülern über die Arbeit des EU-Parlaments. Aus dieser Begegnung ergab sich für Rabea Effelsberg die Chance zu einem zweiwöchigen Übersetzungspraktikum in Luxemburg.
„Auch das macht eTwinning aus. Solche kleinen Begegnungen, die es ermöglichen, schon während der Schulzeit ein Netzwerk aufzubauen.“
Back to School
Das Netzwerk eTwinning ist aber noch viel mehr als das. Der digitale Austausch ist durch seine thematische Offenheit und Methodenvielfalt vor allem eine Lernform, in der sich alle wiederfinden und ihre individuellen Stärken einbringen können. »Jede Idee war willkommen, jeder hat seinen Platz gefunden und ich glaube, es war vor allem das, was mich an eTwinning so begeistert hat«, erinnert sich Rabea Effelsberg. Diese Begeisterung gibt sie heute nicht nur durch ihre berufliche Tätigkeit weiter. In diesem Jahr kam sie im Rahmen der EU-Initiative »Back to School« zurück an ihre ehemalige Schule in Marl, um über eTwinning als ihre persönliche Brücke nach Europa zu berichten. Ihre ehemalige Lehrerin Beate Vollmer ist begeistert von diesem Wiedersehen.
„Es hat mich sehr gefreut, Rabea an unserer Schule begrüßen zu dürfen. Sie hat unseren Schülerinnen und Schülern verdeutlicht, welches Potenzial in eTwinning als internationale Lerngemeinschaft für jeden Einzelnen steckt und wie ihr diese Erfahrung als Inspiration für ihre berufliche Ausbildung diente.“