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eTwinning Preis 2024

Mit dem Deutschen eTwinning-Preis werden einmal im Jahr beispielhafte Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie der digitale Austausch zwischen Schulen in Europa den Unterricht bereichern und Fremdsprachen- und Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schülern fördern kann.

Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten

KI-Technologien in der Schule und im späteren Berufsleben, die politische Zukunft der Europäischen Union, die Bedrohungen durch den Klimawandel oder Stressfaktoren im Alltag – die Herausforderungen, denen sich Kinder und Jugendliche in den kommenden Jahren werden stellen müssen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, digitale europäische Austauschprojekte mit eTwinning zu gestalten. Die zehn Projekte, die in diesem Jahr mit dem Deutschen eTwinning Preis ausgezeichnet werden, wissen die Möglichkeiten des digitalen Austauschs im Rahmen von Erasmus+ nicht nur hervorragend für die pädagogische Arbeit zu nutzen. Gemeinsam ist ihnen außerdem, dass sie die Schülerinnen und Schüler durch internationale Begegnungen auf diese Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und so zur Stärkung der europäischen Gemeinschaft beitragen.

Hier stellen wir die zehn Sieger-Projekte in den Alterskategorien 4 bis 11 Jahre, 12 bis 15 Jahre und 16 bis 21 Jahre sowie den Gewinner des an das eTwinning-Jahresthema angelehnten Spezialpreises vor.

 

 

Ein Pokal auf dem das eTwinning-Logo zu sehen ist.
Qualität wird belohnt

Der deutsche eTwinning-Preis ist neben dem Qualitätssiegel und dem Schulsiegel nur eine von mehreren Auszeichnunge, die von der nationalen Koordinierungsstelle für eTwinning für gelungene digitale Projektarbeit vergeben werden. Hier finden Sie eine Übersicht über alle eTwinning-Auszeichnungen.

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Die ausgezeichneten Projekte

1. Platz: Grundschule Netzschkau, Netzschkau (Sachsen)

Künstliche Intelligenz im Unterricht

Keine Berührungsängste mit Künstlicher Intelligenz hatten die eTwinning-Partner aus Deutschland, Polen, Kroatien, Italien und Spanien. Ihr Projekt bereitet Grundschülerinnen und -Schüler spielerisch auf die digitale Zukunft vor. Die Kinder erkundeten spannende KI-Anwendungen, testeten innovative Apps, programmierten einen Chatbot, entwarfen Roboterbaupläne und bastelten einen „Robbi“ aus Pappkarton. Zudem lernten sie, sich vor Internetmissbrauch und Suchtverhalten zu schützen. 

Lehrerin Joanna Czech-Sharma ist überzeugt, dass KI in der Schule an Bedeutung gewinnen wird: „Das ist die Zukunft. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen.“ Die Jury lobt das Projekt als herausragendes Beispiel für ein modernes eTwinning-Vorhaben in der Primarstufe.

2. Platz: Anne-Frank-Schule, Europaschule, Eschwege (Hessen)

Wonders of My Homeland's Nature

Wie spannend und lehrreich selbst virtuelle Weltreisen sein können, erlebten Schülerinnen und Schüler beim eTwinning-Projekt mit ihren Partnern aus Italien, der Türkei und dem französischen Übersee-Département La Réunion im Indischen Ozean. Gemeinsam veröffentlichten sie ein eBook mit einer märchenhaften Geschichte, in der Heldinnen und Helden fantastische Abenteuer vor der Kulisse spektakulärer Naturwunder und eindrucksvoller Bauwerke der vier Projektländer erleben. Bei ihrer Koproduktion lasen die Kinder reihum die englischsprachigen Texte ihrer Partner, fügten eigene Ideen hinzu und illustrierten die Geschichte kreativ. Ihre Lehrerin, Heidi Giese, die schon mehrere ausgezeichnete eTwinning-Projekte organisiert hat, erlebt die virtuellen internationalen Begegnungen stets als gewinnbringend: „Den Kindern eröffnen sich neue Welten, weil sie kulturelle Unterschiede kennen- und akzeptieren lernen und beim Austausch erfahren, wie nützlich eine Fremdsprache ist.“ Die Jury hob hervor, dass das prämierte Projekt den Schulalltag bereichere, weil es auch leistungsschwächere Kinder motiviere und ihr Selbstbewusstsein stärke. 

3. Platz: Grundschule An der Schäferwiese, München (Bayern)

Europa-Sternchen

Es begann in Leipzig: Bei einem internationalen Kontaktseminar lernten die Lehrerinnen aus München die Partnerschule aus Wrocław kennen und überlegten sich ein Projekt, mit dem ihre Klassen sich gegenseitig ihre jeweiligen Heimatstädte vorstellen sollten. Daraus entstand ein beispielhafter interkultureller Austausch, bei dem die Kinder wichtige kulturelle und sprachliche Kompetenzen erwarben. Mit durchdachter Arbeitsteilung, gegenseitiger Evaluation und zwei Videokonferenzen wurden Aufgaben gut verteilt und alle einbezogen. So erstellten die Kinder Steckbriefe, ein Logo, Avatare und zweisprachige Arbeitsblätter. Besonders gelungen ist die Materialsammlung zu München mit Sagen, Rätseln und Sehenswürdigkeiten, welche die Kinder speziell für den Deutschunterricht in Polen gestaltet haben. Das gesamte Projekt war von intensiver gegenseitiger Unterstützung geprägt und auch die Eltern konnten am Ende ihre Eindrücke mitteilen.  

1. Platz: Grund- und Mittelschule Gaissach (Bayern)

EU4Teens

Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Frankreich, Griechenland und Spanien haben sich in ihrem Projekt zu einer Redaktion zusammengeschlossen, um ein Magazin zu entwickeln. Gemeinsam nahmen sie sich die Europawahl 2024 zum Anlass und hinterfragten die Bedeutung ihrer EU-Bürgerschaft sowie der Mitgliedschaft ihres Landes. Aufgeteilt in zwölf internationale Teams bereiteten sie eine Vielzahl an Themen rund um die Europäische Union auf. Von der Geschichte Europas über das Wohlergehen von Schülerinnen und Schülern in der Schule, bis hin zum Klimawandel. Das Ergebnis ist ein interaktives Magazin, welches durch zielgerichtete Mediennutzung vervollständigt wurde. Lehrer Roman Kofler betont dabei die Arbeitsgemeinschaft: „Die Lehrkräfte verstanden es in hervorragender internationaler Zusammenarbeit, dass sich die Schülerinnen und Schüler in abwechslungsreichen Aufgaben mit dem großartigen Projekt der Europäischen Union auseinandersetzten.“ Die Jury hob besonders das hervorragende Konzept des Projekts hervor. Außerdem wird die Vielfalt und Ernsthaftigkeit der Magazinbeiträge gelobt, diese zeigen deutlich, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Projekt identifizieren konnten.

2. Platz: Gymnasium Wildeshausen (Niedersachsen)

WE'LL BE(ING) stronger together

In diesem eTwinning-Projekt zu seelischer Gesundheit reflektierten Jugendliche aus Deutschland, Griechenland, Italien und Polen über Stressfaktoren in Schule und Alltag. Sie analysierten ihre sozialen und digitalen Gewohnheiten, darunter die ständige Präsenz in sozialen Netzwerken, und erkannten, dass ihre europäischen Altersgenossen ähnliche Erfahrungen machen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie in englischen Präsentationen, Audio- und Videobeiträgen sowie einem interaktiven, virtuellen Ausstellungsraum. Als wichtigen Faktor für das seelische Wohlbefinden erkannten die Schülerinnen und Schüler die Unterstützung durch Familie und Freunde.

Ihre Lehrerin, Tanja Krönke, sieht das Projekt als bedeutsamen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen: „Sie haben Verantwortung übernommen, Herausforderungen gemeistert und an Selbstbewusstsein gewonnen.“ Die Jury lobt die hervorragende Zusammenarbeit und die innovativen Lernprodukte der Projektpartner.

3. Platz: Gerhard-Rohlfs Oberschule Bremen

Green Ciudades of the Welt

Innovative Ideen für eine ökologische und klimagerechte Stadtentwicklung standen im Mittelpunkt des eTwinning-Projekts der drei Partnerschulen aus Deutschland, Italien und Spanien. Die Jugendlichen identifizierten Hauptumweltprobleme wie den wachsenden Verkehr und zunehmende Flächenversiegelung und stellten nachhaltige Alternativen vor: Das begrünte Hochhaus „Bosco Verticale“ in Mailand, den futuristischen Ski- und Kletterhügel „CopenHill“ auf dem Dach einer Kopenhagener Müllverbrennungsanlage, und die größte Grünfassade Europas, den „Kö-Bogen“ in Düsseldorf. Dazu präsentierten sie spannende Fotos und Fakten auf Deutsch, Englisch und Spanisch.

Ihre Lehrerin, María Suárez Lasierra, zeigte sich beeindruckt vom Lerneifer der Jugendlichen: „Ich war begeistert, mit welchem Elan sie ihre Präsentationen und Videokonferenzen vorbereitet haben und dabei jedes Mal große Fortschritte machten.“ Die Jury lobte die vielseitige Methodik des Projekts und die erfolgreiche Zusammenarbeit der Partnerschulen.

1. Platz: Johannes-Brahms-Gymnasium Pinneberg (Schleswig-Holstein)

Youth in Europe: Bridging to a better world

Dass aus Fremden Freunde werden, erlebten die Partnerklassen aus Deutschland, Kroatien und der Türkei bei ihrem eTwinning-Projekt. Sie erfuhren von ihren Altersgenossen, wie diese leben und lernen, diskutierten gemeinsam über nachhaltiges Reisen und recherchierten, welche Austauschprogramme die EU jungen Leuten bietet. Auf die breite Themenpalette hatten sie sich demokratisch geeinigt und damit ein Grundprinzip der Europawahl kennengelernt, über die sie ausführlich diskutierten. Bei Erasmus-Mobilitäten trafen sich die Jugendlichen in den Teilnehmerländern persönlich - und waren überwältigt von der Gastfreundschaft ihrer Partner. Die Ergebnisse ihrer intensiven Zusammenarbeit präsentierten sie als Podcasts und Videos in einem englischsprachigen „Discovery Blog“. Ihre Lehrerin, Cristina Costa Thiele ist beeindruckt: „Sie haben sich gut organisiert, Verantwortung fürs Team übernommen und sind offener und toleranter geworden.“ Die Jury lobt die engagierte Zusammenarbeit der Partnerschulen, die thematische Vielfalt und die breite Nutzung digitaler Tools. 

2. Platz: Gymnasium Ulricianum, Aurich (Niedersachsen)

EU for Youth

Die Faszination Europas erlebten Jugendliche aus Deutschland, Belgien, Italien und der Türkei bei ihrem eTwinning-Projekt. Die Partner stellten einander ihre Herkunftsländer vor, diskutierten über europäische Werte und recherchierten Wissenswertes über EU-Institutionen. Beim Treffen mit einem deutschen Europaabgeordneten erfuhren sie aus erster Hand, wie demokratische Prozesse zwischen den 27 Mitgliedsstaaten funktionieren. Dadurch waren die deutschen Gymnasiasten bestens vorbereitet für den Besuch bei ihren belgischen Projektpartnern in Brüssel, mit denen sie Workshops zur Europawahl organisierten.

Ihre Lehrerin, Christina Schmeer, zieht ein positives Fazit: „Das Projekt war ein Selbstläufer, weil die Kids sich sehr für die EU interessierten und gar nicht genug Informationen bekommen konnten.“ Die Jury lobt die engagierten Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, die ihre Ergebnisse in beeindruckenden Videos und Podcasts präsentierten.

3. Platz: Adolf-Kolping-Berufsschule, München (Bayern)

Berufliche Träumen vereinen Welten

Das Projekt hat erfolgreich Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Belgien, Griechenland und der Slowakei im Austausch über berufliche Wünsche und Ziele zusammengebracht. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen berichteten in Plenumsdiskussionen von ihren beruflichen Träumen und erkundeten im persönlichen Austausch, was ihre europäischen Projektpartnerinnen und -partner im Hinblick auf die eigene berufliche Zukunft bewegt. In internationalen Kleingruppen recherchierten die Schülerinnen und Schüler dann und entwickelten gemeinsam Ideen für die kreative Gestaltung und Umsetzung ihrer beruflichen Träume. Dabei schulten sie nicht nur ihre kommunikativen Fähigkeiten, sondern lernten, eigenverantwortlich zu arbeiten sowie Informationen zu beschaffen und zu bewerten. Lehrerin Carmen Constantina Torsan zieht ein positives Fazit: "Die intensive Zusammenarbeit und der starke Teamgeist haben gezeigt, dass Projekte wie dieses dazu beitragen können, die europäische Gemeinschaft zu stärken und die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten." Auch die Jury hebt hervor, dass der Austausch die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer sichtlich persönlich weitergebracht hat. Außerdem lobt sie die klare Strukturierung sowie die gelungene Auswahl digitaler Tools.

Spezialpreis: Aletta-Haniel-Gesamtschule Duisburg (Nordrhein-Westfalen)

Wellbeing Champions: Nurturing Happiness at School

„Wer sich wohlfühlt, lernt leichter“ - das ist das Motto des eTwinning-Projekts, das Jugendliche aus Deutschland, Italien, Griechenland und der Türkei zusammenbrachte. In Seminaren, Workshops und Expertenrunden, bei denen auch Eltern und das Lehrpersonal einbezogen wurden, stand das geistige, emotionale und körperliche Wohlbefinden im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lernten Stressmanagement-Methoden wie Atemtechniken, Wohlfühlrezepte und Yoga kennen und erstellten einen Film sowie ein englisches eBook.

Ihre Lehrerin, Nelia Afonso, war schon als Schülerin fasziniert vom weitverbreiteten projektorientierten Unterricht in ihrem Heimatland Portugal. Die heute 46-Jährige freut sich, dass sie auch ihre Schülerinnen und Schüler an der Duisburger Schule mit großer Vielfalt für das Lernkonzept begeistern konnte. „Durch eTwinning haben sie erlebt, welches Potential in ihnen steckt und sind dadurch selbständiger und selbstbewusster geworden.“ Die Jury vergibt den diesjährigen Spezialpreis für den wohldurchdachten Projektentwurf, die Vielfalt der Aktivitäten und die hervorragende didaktische Leistung der Lehrkräfte.